Was befähigt jemanden zum Wählen? Ist es Wissen über das politische System? Die Fähigkeit zu erkennen welche Themen wichtig sind? Oder doch nur das Gesetz welches das Wahlalter festlegt?

Grundsätzlich solte das politische Bildungsniveu der entscheidende Faktor sein. Jedoch trifft dies heutzutage nicht mehr zu. Junge Erwachsene sind heute um vieles besser politisch gebildet als der durchschnittliche Erstwähler noch vor 30 Jahren. Durch das Internet und die stärkere Einbindung in den Unterricht sind Jugendliche um vieles besser über Politik informiert. Dennoch wird ihnen das Wahlrecht vorenthalten.

In Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg und Bremen existiert bereits auf Landesebene das Wahlrecht ab 16 Jahren ohne größere Komplikationen. Warum sollte dies nicht auch auf Bundesebene und in den restlichen Ländern möglich sein.

Was bringt die Senkung des Wahlalters?

In einer immer älter werdenden Gesellschaft ist es besonders wichtig, dass auch die Interessen von jungen Menschen ihren Platz bekommen. Bei der letzten Bundestagswahl war der Altersdurchschnitt über 52 Jahre (Tendenz steigend). Dies fernlagert auch die Zielgruppen Politik der Parteien.

Die Senkung des Wahlalters um zwei oder vier Jahre würde zwar nur einen geringen Unterschied im faktischen Wahlergebnis bringen, es würde jedoch die Gewichtung für junge Themen verlagern.

Beim Vergleich der Ergebnisse in Berlin der EU U18 Wahl und der Europawahl 2019 zeigt sich auch dass die unter achtzehnjährigen nicht groß anders wählen als die Wahlberechtigten und somit kein radikales Wahlverhalten zu erwarten ist wie es oft prophezeit wird.

wahlergebnis vergleich von der EU Wahl und der paralel stattfinden U18 Wahl in Berlin

Vorallem in den letzten Monaten ist durch beispielsweise Fridays for Future deutlich geworden, dass Jugentliche nicht nur politisch gebildet sind bzw. Themen haben für die sie brennen, sondern auch bereit sind sich dafür einzusetzen.

Wenn es nach mir geht sollte das Wahlalter gesenkt werden. Denn warum sollte eine 16 Jährige bereits arbeiten, Steuern zahlen und in die Rentenkasse einzahlen aber dann nicht einmal das Recht haben darüber zu entscheiden, wer ihre Zukunft im Parlament gestaltet.


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